Historische Theodor-Fontane-Apotheke im Bethanien (Berlin)

Sie ist eine ganz besondere Fontane-Stätte: die historische Apotheke am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg. Sie ist die einzige im originalen Zustand erhalten gebliebene Wirkungsstätte des Schriftstellers. Und sie kann besichtigt werden. Als Teil des Friedrichshain-Kreuzberg Museums präsentiert die Fontane-Apotheke Objekte aus zeitgenössischen Beständen: die aus dunklem Holz gefertigten Apothekerschränke und der marmorne Rezeptiertisch.

Objekte aus zeitgenössischen Beständen am originalen Schauplatz: Blick in die historische Fontane-Apotheke (links an der Wand eine Kopie der Approbations-Urkunde für Theodor Fontane)

Foto: Robert Rauh

Fontane arbeitete hier 1848/49 als Apotheker. Seine Hauptaufgabe war die Ausbildung von zwei Diakonissen zu Apothekerinnen. Nach abgeschlossener Ausbildung sollten die beiden die Apotheke dann selbst leiten. Warum Fontanes Anstellung nicht unumstritten war und für ihn nahezu ein Traumjob war, beschreibt Michael Leetz in seinem Beitrag über Fontanes Zeit im Bethanien.

Im Auftrag des Königs: Central-Diakonissen-Haus-Bethanien

Lithografie um 1860

Fontane im Ortsbild

Als 2009 der Förderverein Schlosspark Plaue gegründet wurde, reifte bald der Entschluss, sich des Themas „Fontanes Plaue“ anzunehmen. 2010 wurde ein Büchlein publiziert, das nicht nur das „Plaue“-Kapitel aus dem Band „Fünf Schlösser“ mit Illustrationen enthält, sondern alle weiteren Informationen über Fontane und Plaue zusammengetragen hat.

Fontane sollte aber auch im Ortsbild gewürdigt werden und so beschloss der Schlosspark-Verein, dem Dichter ein Denkmal zu setzen. Für die Realisierung wurde der Bildhauer Dirk Harms aus Plaue gewonnen. Zu diskutieren war die Frage, wie Fontane abzubilden sei. Als Vorbild diente letztlich die Zeichnung, die Wilhelm Scholz für das 100jährige Jubiläum für den „Simplicissimus“ gefertigt hatte. Bei einem „Fest im Park“ 2011 war es so weit. Aus einem großen Tonklumpen entstand in wenigen Tagen vor den Augen des Publikums auf einem verlorenen Sockel das plastische Abbild des Dichters als Wanderer. Diese Form wurde für den Bronzeguss verwendet, so dass bereits im Folgejahr das Fontane-Denkmal am neu geschaffenen „Fontaneort“ im Schlosspark eingeweiht werden konnte.

Fontanes Rückkehr nach Plaue: Skulptur von und mit Dirk Harms, 2011.
Foto: Gunter Dörhöfer

Die Apotheke gehörte zum ehemaligen Krankenhaus, das der preußische König Friedrich Wilhelm IV. 1845–47 als „Central-Diakonissen-Haus Bethanien“ (Lehrkrankenhaus für Diakonissen) errichten ließ. Das Krankenhaus überstand den Zweiten Weltkrieg, wurde 1970 aber endgültig geschlossen und zum Verkauf angeboten, was zu heftigen Protesten und 1971 zu einer ersten Besetzung des ehemaligen Schwesternwohnheims durch Jugendliche führte.

Heute eine multifunktionale Institution: Bethanien Berlin

Foto: Robert Rauh

Schließlich übernahm der West-Berliner Senat das Gelände und entwickelte zusammen mit verschiedenen Initiativen ein Konzept für die zukünftige Nutzung. Heute befinden sich hier rund 25 soziale und kulturelle Einrichtungen, unter anderem die Druckwerkstatt des Berufsverbandes Bildender Künstler, die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg und das Restaurant „3 Schwestern“. Die bekannte „Künstlerhaus Bethanien GmbH“ mit ihrem internationalen Atelier- und Ausstellungsprogramm ist bereits 2010 aus dem Hauptgebäude in die Kohlfurter Straße umgezogen. Die historische Fontane-Apotheke befindet sich nach wie vor am originalen Standort.  

Quelle: die Herausgeber

 


Titelbild

  • Blick in die historische Theodor-Fontane-Apotheke im Bethanien, Berlin-Kreuzberg. Foto: Robert Rauh

Adresse

  • Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

Öffnungszeiten

  • dienstags und mittwochs von 11 bis 16 Uhr
  • Vorträge und Gruppenführungen nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten

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